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Badeunfälle vermeiden

Zu Beginn der Badesaison und jetzt im Hochsommer ereignen sich die meisten Badeunfälle. Wie kann man diese vermeiden? Oder wie reagiert man, wenn man im Wasser einen Muskelkrampf hat? Interview mit Dr. med. Daniel Weber, Notarzt der AAA Alpine Air Ambulance.

Dr. Weber, kürzlich war in den Medien zu lesen, dass ein Stand-Up-Paddler auf dem See einen Muskelkrampf erlitten hat. Wie soll man sich verhalten, wenn man im Wasser einen Krampf bekommt? 

"Bei einschiessenden Muskelschmerzen sollte man so schnell wie möglich das Wasser verlassen. Ist man zu weit vom Ufer entfernt, sollte man versuchen, den Krampf durch Dehnen der betroffenen Muskelgruppe zu lösen. Dazu dreht man sich auf den Rücken und spannt und entspannt das betroffene Bein, bis der Krampf verschwindet. Am häufigsten sind Waden und Oberschenkel von Krämpfen betroffen. Wichtig ist, dass man ruhig bleibt und versucht, sich zu entspannen".

Wenn der Krampf vorbei ist, kann man dann bedenkenlos weiterschwimmen?

"Nein, man sollte ans Ufer, an den Strand zurückkehren. Ein Muskelkrampf wiederholt sich oft."

Viele Menschen ertrinken auch beim Baden. Insgesamt ereigneten sich in diesem Jahr bereits über 20 tödliche Badeunfälle in der Schweiz. Laut Bundesamt für Statistik (BFS) ereignen sich die meisten Todesfälle durch Ertrinken in Flüssen und Seen.

"Schwimmen in Flüssen kann gefährlich sein, weil die Strömung unberechenbar ist. Wer kein geübter Schwimmer ist, hat im Fluss nichts zu suchen."

Die meisten Unfälle passieren zu Beginn der Badesaison sowie im Hochsommer. Vor allem junge Männer zwischen 18 und 30 Jahren verunglücken im Wasser. Ihr Rat?

"Nichtschwimmer sollten immer eine Schwimmweste tragen, auch wenn sie mit einer Luftmatratze unterwegs sind. Diese kann kippen. Diese Gefahr wird oft unterschätzt. Man sollte auch nicht schwimmen gehen, wenn man krank ist oder sich unwohl fühlt. Zudem empfehle ich, sich immer an die Baderegeln zu halten und die Sicherheitstipps der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG) zu beachten."

Vielen Dank für die Infos, Dr. med. Daniel Weber! Und hier sind die Baderegeln der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG):

  1. Kinder nur begleitet ans Wasser lassen – kleine Kinder in Griffnähe beaufsichtigen!
  2. Nie alkoholisiert oder unter Drogen ins Wasser! – Nie mit vollem oder ganz leerem Magen schwimmen.
  3. Nie überhitzt ins Wasser springen! – Der Körper braucht Anpassungszeit.
  4. Nicht springen oder tauchen, wenn die Wassertiefe unbekannt ist!
  5. Nicht zu weit vom Ufer entfernen! – Kräfteverhältnisse von Mensch und Natur nicht unterschätzen.
  6. Bei Gewitter das Wasser sofort verlassen und sich in Sicherheit bringen!

Mehr Infos: SLRG

 

Foto / Archiv Wasserrettung Übungseinsatz der AAA Alpine Air Ambulance

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